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AG Solidarität
Unabhängig davon, in welcher Form Hartz konkret umgesetzt wird, kann jetzt schon als sicher angenommen werden, daß es eine Reihe von Verschlechterungen geben wird für die Betroffenen (also diejenigen, die Erwerbsarbeit leisten können und dürfen, unabhängig davon, ob sie gerade ArbeitsstelleninhaberInnen sind oder nicht). Die Soli AG des Anti-Hartz-Bündnisses hat ein Konzept für ein Soli-Projekt entwickelt, das es von Repressionen Betroffenen ermöglichen soll, sich effektiv und öffentlichkeitswirksam zur Wehr zu setzen, ohne dabei ihre eigene materielle Existenz aufs Spiel zu setzen. Es geht also nicht um karitative Unterstützung Einzelner, sondern darum, mit Präzedenzfällen Sand ins Getriebe der Repression zu streuen, anderen Mut zu machen sich zu wehren, die gesellschaftliche Stimmung zu verändern in Richtung auf Infragestellung des Lohnarbeitswahns und Widerstand gegen Arbeitszwang, Entrechtung und Lohndrückerei.

Von Hartz-Repressionen Betroffene sollen unterstützt werden, wenn sie bereit sind, sich offensiv zu wehren, und ihre Erfahrungen damit dem Bündnis zur Verfügung zu stellen. Die Entscheidung, wer unterstützt werden kann, trifft ein Vergabekollektiv aus Mitgliedern der AGs des Anti-Hartz-Bündnisses und Personen, die in den Fonds einzahlen, ohne im Bündnis mit zu arbeiten. Dabei wird berücksichtigt, daß die Fähigkeiten, die eigene Problematik zu formulieren, bei verschiedenen Menschen unterschiedlich ausgeprägt sind. Im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel sollen Betroffene, die den Förderkriterien entsprechen, unterstützt werden unabhängig von ihrer Schichtzugehörigkeit, ihrem Paß oder ihrem Erwerbsstatus.

Was wir jetzt umsetzen wollen:

Beratungspool:

Vernetzung von Beratungsstellen und AnwältInnen, die parteilich für die Betroffenen arbeiten. und auch bereit sind, dies öffentlich zu vertreten. Wer Beratung und Hilfe anbietet, ohne öffentlich auftreten zu wollen, ist ebenfalls willkommen.

Öffentlichkeitsarbeit:

Veröffentlichung der Beratungsmöglichkeiten für Betroffene, und von Präzedenzfällen, unter Nutzung aller verfügbaren Medien (Internetpräsenz des Bündnisses, eigene Prints, Pressekonferenzen und -erklärungen, Radio, Fernsehen etc.) und mit Unterstützung der Info-AG des Bündnisses.

Solifonds:

Um Betroffene zu ermutigen, den juristischen Kampf aufzunehmen, wird ein Solifonds gegründet, in den UnterstützerInnen einmalige große und regelmäßige kleine Beiträge einzahlen. Form und Umfang der Unterstützung für Betroffene wird in Förderrichtlinien geregelt.

Zukunftsmusik:

Langfristige Perspektive: Aufbau eigener ökonomischer Strukturen:

Wenn durch die genannten Projektteile die Möglichkeit einer öffentlichkeitswirksamen Abwehr von Repression gegeben ist, könnte als nächster Schritt versucht werden, mit dem Aufbau eigener ökonomischer Strukturen auch längerfristige Projekte anzugehen, z.B.:

  • Erwerbsarbeit außerhalb der kapitalistischen Verwertung zu organisieren, in Form von selbstverwalteten Betrieben (z.B. Genossenschaften). Aufbauend auf mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrungen in alternativer Ökonomie wären dies nicht mehr (wie früher oft) mehr oder weniger elitäre Zusammenschlüsse auf Grundlage mitunter nur schwer lebbarer politischer Ansprüche, sondern Projekte aus gemeinsamer Betroffenheit und ökonomischer Notwendigkeit, die nicht nur "Szeneangehörigen", sondern potentiell allen Erwerbslosen offen stehen, und sich pragmatisch demokratisch organisieren.
  • Eine Solidarkasse auf Gegenseitigkeit, die ueber Beitraege finanziert wird und die eine Arbeitslosenversicherung mit eingebautem Recht auf Faulheit darstellen soll."

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