In
der letzten Woche hat sich in Bochum - als Novum - ein ruhrgebietsweites
Bündnis gegen soziale Demontage und insbesondere gegen die laufenden
Hartz-Pläne gegründet.
Anlässlich der ersten Sitzung des Arbeitsausschusses der AG:
Morgen, Dienstag, 17.12.,
19 Uhr
im Soziokulturellen Zentrum Bahnhof Langendreer, Bochum, Wallbaumweg
108
schicken wir Ihnen hiermit
eine Presseerklärung und die Liste der Gründungsmitglieder
zu.
Mit freundlichen Grüßen
(bei Rückfragen)
Helmut Eigen, Tel. 0231-415207
Günter Nierstenhöfer, Tel. 02325-793400
Reinhard Wegener, Tel. 0234-26622
Presse-Erklärung
AG "Soziale Grundrechte
- stoppt die Hartz-Pläne!"
gegründet.
Regionales Bündnis kündigt breiten Widerstand gegen weitere
sozia-le Demontage an.
Am Montag, 9.12.02, hat
sich - bei einem Treffen mit Interessierten aus dem ganzen Ruhrgebiet
im Bochumer Bahnhof Langendreer - die Arbeitsgemeinschaft "Soziale
Grundrechte - stoppt die Hartz-Pläne!" gegründet.
Auf dem Treffen wurde schon nach wenigen Minuten deutlich, dass
sich überall in den Gewerkschaften, vor allem bei ver.di und
der IG-Metall, Bergbau und Chemie, in Betriebsräten, Parteien,
sozialen Ver-bänden und Initiativen, wie z.B. attac, Widerstand
regt. Die anwesenden Arbeitslosen-Initiativen und Frauengruppen
berichteten über Aktionen, mit denen über die empörenden
Angriffe der rot-grünen Bundesregierung auf erkämpfte
soziale Rechte und Standards informiert wird. Dabei sollen die "Hartz-Pläne"
- als aktuelle Zuspitzung dieser Angriffe - in den Mittelpunkt des
Widerstands rücken. Die an-wesenden Vertreter der Studierenden
an den Ruhrgebiets-Universitäten kündigten an, dass sie
sich dem Bündnis mit ihrem Protest gegen Studiengebühren,
die jetzt Studienkonten heißen, anschließen werden.
Die rund 30 Gründungsteilnehmerinnen
und Teilnehmer des Treffens bildeten einen Koordinationskreis, der
sich noch im Dezember erneut treffen wird, um Informationsmaterialien,
Veranstaltungen und Akti-onen vorzubereiten.
Nach Auffassung der Gründungsmitglieder
der AG steht im Mittelpunkt der derzeitigen neoliberalen Sozial-
und Verteilungspolitik unter dem Schlagwort "Modernisierung
des Sozialstaates" dessen weitere Abschaffung. Dabei ging es
zunächst um das Rentensystem, aktuell um die gesundheitliche
Versorgung und insbesondere um die Arbeitslosenversicherung.
Hierbei sind die von Wirtschaft und Regierung verfolgten "Hartz-Pläne"
die vermutlich massivsten Angriffe auf grundlegende Standards und
soziale Grundrechte der lohnabhängigen Bevölkerungsmehr-heit
seit Bestehen der Bundesrepublik. Die AG erblickt darin den entscheidenden
Teil eines anti-sozialstaatlichen Systemwechsels:
Wirkliche Beschäftigungseffekte finden kaum statt. Dagegen
soll ein Einspareffekt von rund sieben Mrd. Euro jährlich auf
dem Rücken der Erwerbslosen erzielt werden. Dazu geht es unter
anderem um die Ausweitung prekärer Arbeit zu Niedriglöhnen,
um die Verschärfung des Drucks auf die Opfer der Arbeitslosigkeit
in Richtung "Pflichtarbeitssystem", um massive Umverteilung
zugunsten der Arbeitge-ber, um erhebliche Verschlechterung der Versicherungsleistung
bei der Erwerbslosenunterstützung - mit dem Höhepunkt
der Abschaffung der Arbeitslosenhilfe. So haben Mitglieder der AG
aus Herne bereits berechnet, dass dort mehr als 1.400 Menschen ihre
Arbeitslosenunterstützung verlieren würden, wenn die Hartz-Pläne
Rechtskraft erlangen.
Doch sollen letztlich nicht nur die Erwerbslosen getroffen werden,
sondern alle Lohnabhängigen werden unter Druck gesetzt - inklusive
der Erzwingung von mehr Untertanengeist.
Nachdem in immer mehr
Betrieben und Regionen die Empörung über diese Politik
wächst, setzt die AG auf breite Information und Aufklärung.
Kritik und Protest werden auch bedeuten, die Verantwortlichen dieser
Politik in Par-teien und Wirtschaftsverbänden möglichst
direkt anzuklagen und mit den Folgen ihrer Entscheidungen zu konfron-tieren.
Zusammen mit den Initiativen, die sich zur Zeit in anderen Regionen
gründen, (in Berlin hat Anfang Dezem-ber eine Protestkonferenz
mit über 500 TeilnehmerInnen stattgefunden) werden vernetzte
Aktionen, Informations-Veranstaltungen, Protestkundgebungen und
diverse Widerstandskampagnen die jetzt notwendigen Mittel sein,
um die Angriffe von oben noch abzuwehren!
Gründungsmitglieder der Arbeitsgemeinschaft:
Ulrich Achenbach, AK
Erwerbslose IGM Bochum, Arbeitsloseninitiative "Werkschlag",
Gabriele Beleke, Dipl. Pädagogin, Bochum,
Bärbel Beuermann, Stadtverordnete Rat Herne,
Jochen Beyer, Mitglied im ver.di-Bezirksvorstand Bochum,
Ulrich Böcker, Vertrauensmann (ver.di), Bochum,
Ulrich Borchers, Betriebsratsvorsitzender Doncasters (IGM), Bochum,
Martin Budich, Redaktion bo-alternativ.de, Bochum,
Wolfgang Dominik, Lehrer, (GEW) Bochum,
Anne Eberle, Vorstandsmitglied ver.di Bezirk Dortmund, Vorstandsmitglied
Bundeserwerbslosenaus-schuss ver.di
Helmut Eigen, attac Dortmund, Vorstand ver.di-Erwerbslosenausschuss
Dortmund,
Rainer Einenkel, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender Opel-Bochum
(IGM),
Rolf Euler, Ortsgruppen-Vorstandsmitglied IGBCE, Recklinghausen,
Frank Hiesel, Friedensinitiative Herne,
Andreas Ixert, Stadtverordneter Rat Herne, Mitglied Ortsdelegiertenkonferenz
IG-Metall Herne,
Christoph Klein, Dortmund (ver.di),
Hajo Koch, Lehrer, (GEW) Dortmund
Norbert Kozicki, stellv. DGB-Vorsitzender Herne/Bezirksvorstand
ver.di Herne,
Wilfried Moryson, Vertrauensmann (IGM), Bochum,
Klaus Neuwirth, technischer Redakteur, Bochum,
Günter Nierstenhöfer, attac-Herne, ver.di Bezirksvorstand
Herne - Erwerbslosenvertretung ,
Nicole Ruhland, Mitglied Landesbezirksfrauen ver.di,
Irmgard Schaffrin, Sozialpädagogin, Bochum,
Wolfgang Schaumberg, Bochum, (IGM),
Ulrich Schneider, Sprecher Arbeitsloseninitiative "Werkschlag"
u. AK Erwerbslose der IG Metall,
Gernot Schubert, URBO - Unabhängiges Radio Bochum,
Reinhard Wegener, Bahnhof Langendreer, Bochum (GEW),
Mag Wompel, Redaktion LabourNet Germany,
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