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Gegeninformation
zum Hartz-Konzept
Bündnis plant Veranstaltung am 4. Dezember
Von Andreas Fritsche
Wer jung und ledig ist,
muss bundesweit Arbeit annehmen, von Flensburg bis Konstanz. Wer
55 Jahre und älter ist, erhält- wenn überhaupt- nur
noch befristete Arbeitsverträge. Das alles kommt mit dem Hartz-Konzept
auf die 287100 Arbeitslosen in Berlin zu.
Der Zeitplan dafür steht schon. Bereits im Januar 2003 könnte
das Bundesgesetz in Kraft treten. Mit "ICE"-Geschwindigkeit
werden die nur leicht veränderten Vorschläge des VW-Arbeitsdirektors
Peter Hartz umgesetzt, monieren Kritiker aus linken und Gewerkschaftskreisen.
Am 20. November gründeten rund 70 Aktivisten das "Berliner
Bündnis für soziale Grundrechte- Stoppt die Hartz-Pläne"
(Anti-Hartz-Bündnis). Mit dabei sind zum Beispiel die Initiative
"anders arbeiten", der Runde Tisch der Erwerbslosen, Für
eine linke Strömung (FelS), das Gegeninformationsbüro
oder der Erwerbslosenausschuss der Gewerkschaft ver.di. Der Soziale
Ratschlag wollte am Montagabend entscheiden, ob er sich anschließt,
so Dieter Hoch vom Anti-Hartz-Bündnis. Auch der Arbeitslosenverband
denke darüber nach. Man glaube kaum, den Zug noch aufhalten
zu können, möchte aber "das Thema am Kochen halten
und den Finger drauflegen".
Zudem sollen die Gewerkschaften zum Widerstand gedrängt werden.
Deren Bosse tragen die Hartz-Reform mit, "aber an der Basis
bröckelt es", meint Hoch. Wenn die Regierung wie geplant
die Leiharbeit ausweite, spiele sie die Arbeitslosen gegen die Beschäftigten
aus, sagt der erwerbslose Journalist. Beiden Gruppen will man klar
machen, dass das Hartz-Konzept keine Stellen schafft- zunächst
bei einer Infoveranstaltung am 4. Dezember um 19 Uhr im Audimax
der Humboldt-Universität, Unter den Linden 6. Mindestens 300
Teilnehmer strebt das Bündnis an.
Im Hartz-Konzept geht es darum, Arbeitslose stärker als bisher
zur Annahme von Arbeit zu zwingen. Auf 287100 arbeitslose Berliner
kommen laut Arbeitsamt derzeit nur 7641 offene Stellen.
Treffen alle 14 Tage,
nächstes am 1. Dezember, 17 Uhr, Haus der Demokratie,
Greifswalder Str 4, www.anti-hartz.de
(ND 26.11.02)
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