C/O
BAG SHI
Bundesarbeitsgemeinschaft
der Sozialhilfeinitiativen e.V.
60329 Frankfurt am
Main
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EMail: BAGSHIFrankfurt@aol.com
Frankfurt den 19.12.2002
Pressemitteilung
Am Mittwoch den 18. Dezember
2002 trafen sich 60 bis 70 Personen aus unterschiedlichen politischen
bzw. gewerkschaftlichen Zusammenhängen im Frankfurter Club
Voltaire zur Gründung eines Regionalen Bündnisses gegen
die Umsetzung der Hartz-Pläne. Nach der Erörterung der
Auswirkungen der aktuellen Arbeitsmarktre-formen auf ArbeitnehmerInnen
und Erwerbslose wurden die Strategien für einen wirksamen Widerstand
gegen die Gesetzesnovellen "Neue Dienstleistungen am Ar-beitsmarkt"
und die noch bevorstehenden Reformschritte diskutiert. Die Anwesenden
sprachen sich einmütig für eine enge Kooperation der Gruppen,
Organisationen und Einzelpersonen aus, um eine breitere gesellschaftliche
Basis für den Protest und die gezielte Informationskampagnen
über die Folgen des bevorstehenden Umbaus des Arbeitsmarktes
zu schaffen. Als konkrete Maßnahmen wurden die gemeinsame
Durchführung von Diskussions- und Informationsveranstaltungen,
Protestaktionen und die Vernetzung mit anderen regionalen Zusammenschlüssen
gegen die Hartz-Gesetze beschlossen. Politisch basiert das übergreifende
Bündnis auf der nachste-henden Gründungserklärung,
die von den Anwesenden einstimmig angenommen wurde.
Das nächste Treffen
des Bündnisses ist am 15. Januar 2003 ebenfalls im Club Vol-taire.
Im Auftrag
Frank Jäger/BAG-SHI
Rhein-Main-Bündnis
gegen die Umsetzung der Hartz-Pläne
Gründungserklärung
Wir lehnen die Hartz-Gesetze
ab und fordern ihre Rücknahme.
Die Hartz-Gesetze bekämpfen die Arbeitslosen, nicht die Arbeitslosigkeit.
Vor allem aber bekämpfen sie die lohnabhängig Beschäftigten,
indem sie dazu bei-tragen, Löhne zu senken, die Sozialversicherungen
abzubauen und den Kündi-gungsschutz auszuhöhlen.
· Das Herzstück
der Hartz-Pläne ist die Ausdehnung der Leiharbeit. Superminister
Clement spricht von Verzehnfachung. Stammbelegschaften sollen noch
mehr durch schlechter bezahlte LeiharbeiterInnen verdrängt
werden.
· Auch geringfügige Beschäftigungen ("Mini-Jobs")
werden massiv ausgedehnt. Sie verbilligen Teilzeitkräfte und
bieten starke Anreize, normale Beschäftigungsver-hältnisse
in Teilzeitjobs aufzulösen. Das betrifft besonders Frauen.
· Mit den sogenannten Ich-AG's wird es möglich sein
vor allem Lohnabhängige im Handwerk ersetzt werden.
· Befristete Beschäftigungsverhältnisse werden
ausgedehnt.
Um Beschäftigte
mit Hilfe von Arbeitslosen stärker unter Druck zu setzen,
· soll z.B. die Arbeitslosenhilfe abgeschafft und durch das
niedrigere Arbeitslosen-geld II auf Sozialhilfeniveau gesenkt werden
und
· soll Arbeitslosen immer mehr zugemutet werden.
Wir glauben den Versprechungen
nicht, dass mit den Angriffen auf Arbeitslose und Beschäftigte
die Arbeitslosigkeit gesenkt wird. Es geht nur um die Erhöhung
von Pro-fiten.
Wir wehren uns dagegen, die zunehmende Arbeitslosigkeit den Arbeitslosen
und Beschäftigten selbst in die Schuhe zu schieben.
Wir wehren uns gegen Löhne, die die Existenz nicht sichern.
Wir halten ein regionales
Bündnis all derjenigen für notwendig, die sich gegen die
Hartz-Pläne wehren.
Wir setzen auf breite Gegeninformation gegen die herrschende Propaganda.
Wir werden die Verantwortlichen für die Hartz-Pläne, zu
denen auch die Gewerk-schaftsführungen gehören, mit den
Folgen konfrontieren, wo immer es möglich ist.
Wir streben gemeinsame Aktionen mit den Anti-Hartz-Bündnissen
an, die sich im Bundesgebiet gegründet haben.
Wir lassen uns nicht durch diejenigen überrumpeln, die Gesetze
im Schnellverfahren durchpeitschen.
Wir fordern Arbeitszeitverkürzung!
30 Stunden wöchentlich bei vollem Lohn- und Personalausgleich!
Frankfurt, den 18.12.2002
Andreas Geiger/LAG Sozialpolitik PDS Rheinl.-Pfalz,
Andreas Klespe/Student F-Ffm, Sozialarbeit, Anna Veit/FALZ e.V.,
Anne Wenzel/ver.di, Annete Müller/ver.di Fb03,VL, Armin Drossel,
Borghard Fleischer, Christa Sonnenfeld/Komitee für Demokratie
und Grundrechte, Elisabeth Schneider/PDS Ffm, Eva Mahler/attac Bergstr.,
Frank Jäger/BAG-SHI, Frank Rentschler/AK Erwerbslose Marburg,
Friedhelm Winkel/AK-Betrieb und Gewerkschaft, Gabriele Helling/attac
Bergstr., GEW KV-Bergstr., Germana Alberti-vom Hofe/PDS Ffm, Gyoerggi
Kreutzer/ver.di, H. Koch/GALIDA, Hans u. Wilma Iri-on/IGM, Harald
Rein/FALZ, Hardy Krempatz/attac Ffm, ver.di Bez. Ffm FB-Vorstand
08, Heinz Thiel-mann//GALIDA, ver.di Erwerbslosenausschuss DA, Helmut
Angelbeck/GALIDA, ver.di Erwerbslosen-ausschuss Da, Helmut Weicke/
Lehrstellenbündnis GEW, Horst Harzer, Ingeborg Knop/GALIDA,
ver.di Erwerbslosenausschuss DA, Jens E, Schröter/Inst. F.
angewandte Armut und defizitäres Sozi-alhilferecht Bremen/Löbau,
Jens R. Diedrichsen/NGG, PDS Bonn, Gew.-Linke, ALOG, Kersten Cohrs/FAU,
Klaus Duber/IGM, BR, Klaus Jung/IGM-Metaller Arbeitsloseninitiative,
Klaus-Peter Schmidt/GALIDA, ver.di Erwerbslosenausschuss DA, Margit
Luck-Oberhauser, Margret Heym/ver.di, PDS Ffm, Maria Tsouras/KAV
Ffm, Griechische Gemeinde Ffm, Marlis Emmerich/ver.di, Michael Brühl/
Bildungswerk Anna Seyhers, Kommunistische Hilfe, Michael Köster/KPD
Ffm, Ottger Rathmer/Obdachloseninitiative Armeland, Peter Hetzler/attac
Bergstr., Peter Pobisch/IGM Ffm, Peter Riha/ver.di, Rainer Roth/Klartext
e.V., Rudolf Segal, Sonja Krautwald/Sozialbündnis Ffm, ver.di,
Ste-fanie Janczyk/Jungdemokraten, Junge Linke Hessen, SDNL Hessen,
Thomas Amm/ AK- Betrieb und Gewerkschaft, Uli Wohlmann/FAU, Wolfgang
Vrba/GALIDA, ver.di Erwerbslosenausschuss DA
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